BlaumilchSalon

11.10. 2014: Andreas Beutner: "der Kontrabass" von P.Süsskind

Hassliebe verbindet diesen Kontrabassisten mit seinem Instrument. Er sagt einmal: „Manchmal möcht' ich ihn am liebsten zerhacken.“ - Aber er kann nichts anderes. Und so ist er Gefangener seines Instrumentes am dritten Pult im Staatsorchester, wo seine Position so sicher ist, dass er „spielen und lassen kann was er will; er fliegt nicht.“ Darüber verzweifelt er fast und flüchtet sich in Träume, auch Tagträume, von der blutjungen Sängerin an der Oper: Sarah. Aber die lässt sich lieber von älteren Gastsängern in teure Fischlokale einladen. - „Ich hab das mal beobachtet, die Seezunge kostet da 52 Euro. Ich finde das widerlich.“ Mit der Zeit verliert Süskinds Protagonist völlig den Boden der Realität und entwickelt sich zu einer Art Selbstmordattentäter. - Wird er's am Ende tun? Wird er tatsächlich die Opernvorstellung „schmeißen“ und „Sarah“ schreien?
Patrick Süßkind hat in „Der Kontrabaß“ tief in die Seele eines Orchestermusikers geschaut und eine tieftraurige Groteske geschrieben, bei der man sich bisweilen vor Lachen auf die Schenkel klatschen kann. - Wenn das Lachen nicht schon vorher im Halse steckenbleibt. Mit Andreas Beutner hat das Stück einen intimen Kenner der Seelenlagen von Orchestermusikern gefunden.

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